Jesus und die Menschenliebe

Jesus als Mystiker und Mensch

In Zusammenarbeit mit Gemini KI (2.5 Flash, Google). 
Ein symbolisches Bild von Jesus als Mensch und Mystiker,
erstellt auf Basis meiner diversen Unterhaltungen mit der Gemini KI 

 

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Auf dieser Seite stelle ich ausführlich meine Interpretation der Bedeutung von Jesus als Mensch und seine christliche Interpretation als Gottmensch gegenüber.

Paulus

Das Genie

Wie wäre es, wenn alle Religionen neu beratschlagen würden, was die Worte von Jesus

<<< liebt einander >>> 

bedeuten. Denn dies ist seine eigentliche Botschaft an alle Menschen. Wer die Menschen nicht liebt, kann auch Gott nicht lieben. Wer denkt, es genüge nur Gott zu lieben, irrt. Wer die Menschen aber liebt, liebt auch Gott. Die Menschenliebe vereint von Natur aus alle anderen Gebote, auch die Gottesliebe, so wie es Paulus von Tarsus genial ausgedrückt hat.

Brief Paulus an die Galater, der sehr sicher von ihm selbst diktiert oder geschrieben wurde und auch wegen seiner leidenschaftlichen und persönlichen Sprache als authentisch eingestuft wird: 

Gal 5,13 Ihr seid zur Freiheit berufen, Brüder. Nur nehmt die Freiheit nicht zum Vorwand für das Fleisch, sondern dient einander in Liebe!

Gal 5,14 Denn das ganze Gesetz wird in einem Wort erfüllt, indem: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«

Der Originaltext von Paulus ist in altgriechischer Sprache geschrieben:

πᾶς γὰρ ὁ νόμος ἐν ἑνὶ λόγῳ πεπλήρωται, ἐν τῷ· ἀγαπήσεις τὸν πλησίον σου ὡς σεαυτόν.
pâs gar ho nomos en heni logō peplērōtai, en tō: agapēseis ton plēsion sou hōs seauton.

Das deutsche Wort Nächstenliebe im Kontext dieses biblischen Gebots (und auch das griechische Wort Agapē, im Paulustext agapēseis) ist als allgemeine Menschenliebe zu verstehen, die auch karitative Werke umfasst, aber bei Weitem nicht darauf beschränkt ist. Karitative Handlungen sind lediglich eine von vielen Ausdrucksformen der Menschenliebe im Sinne von Paulus.

Paulus, der Kämpfer für die Liebe, muss ein genialer Geistesblitz getroffen haben, als er diese Worte schrieb. Der in seinen Briefen eher zwiespältige Paulus, dessen Worte gleichzeitig von Liebe und auch vom Gegenteil erfüllt waren, entlarven ihn als einen spirituellen Rebellen für seine eigenen Ideen und Ziele:

Gal 1,8 Wer euch aber ein anderes Evangelium verkündigt, als wir euch (Anm.: den Galatern) verkündigt haben, der sei verflucht, auch wenn wir selbst es wären oder ein Engel vom Himmel.

Gal 1,9 Was ich gesagt habe, das sage ich noch einmal: Wer euch ein anderes Evangelium verkündigt, als ihr angenommen habt, der sei verflucht.

Die kämpferische und besserwisserisch anmutende Verfluchung Andersdenkender durch Paulus hat schon ein gewisses Geschmäckle, zeigt aber auch seine bedingungslose Leidenschaft, mit der er seinen Glauben verbreitete. Dennoch ist seine Verfluchung Andersdenkender alles andere als ein gutes christliches Beispiel und grundsätzlich eine falsche Haltung. Fatal wäre es, wenn die christlichen Kirchen diese Worte von Paulus auch heute noch ernst nehmen würden.

Der Religionsgründer

Es gibt authentische Briefe und Texte im Neuen Testament, aber auch viele Fälschungen, warum auch immer. Die wenigen authentischen Paulusbriefe entlarven ihn als eigentlichen Former und Gestalter des Christentums. Petrus, der nur aramäisch sprach, spielt keine große Rolle als Gestalter der neuen Religion in selbst verfassten Schriften, denn seine zwei Briefe in Koine-Griechisch geschrieben sind wohl allesamt gefälscht und nicht von ihm persönlich diktiert. Der erste Petrusbrief hat stark pastoralen Charakter und ist im Gegensatz zu den authentischen Paulusbriefen leidenschaftslos. Außerdem erklärt Petrus in keinem seiner zwei angeblichen Briefe die zentrale Botschaft der Menschenliebe näher, was schon sehr verwundert, angesichts seiner langen Gefolgschaft von Jesus. Aus den genannten Gründen nimmt Petrus als vormals designierter Verwalter der Kirche auch keine Rolle in meinen Texten ein. Alle sogenannten kanonischen Evangelien und alle weiteren Schriften des frühen Christentums entstanden lange nach Jesus Tod und spiegeln und interpretieren im Wesentlichen die Schriften und das Evangelium von Paulus und dessen an die vier Lieder des Jesaja angelehnte Interpretation der Erlöserrolle von Jesus und dessen Rolle als gesandten Sohn Gottes. Das Christentum sollte man deshalb auch besser Paulustum nennen und Christen Paulaner. Paulus erkannte die Liebe einander als das zentrale Gerüst seines Glaubens, eindrücklich ausgedrückt in seinem Hohen Lied der Liebe in 1 Kor 13,1-13 (s.u.). In diesem Sinne, und nur in diesem Sinn alleine, bin ich ein glühender Verehrer von Paulus.

Der Jesusversteher

Das Wort Menschenliebe mit seiner umfassenden Bedeutung von Gewaltlosigkeit, Respekt und Achtung, Empathie und Mitgefühl, gutes aktives Wollen, Reflexion seines eigenen Handelns, Verzeihen und Verzicht auf Rache und Abwesenheit von Hass zu sich selbst und anderen gegenüber wäre also eine bessere Übersetzung ins Deutsche gewesen, um zu verdeutlichen, was damit wirklich gemeint ist. Auch der gleiche Wortlaut des berühmtesten Satzes der gesamten Bibel »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« in Levitikus 19,18 aus dem Alten Testament meint eine umfassende Liebe bezogen auf moralische Themen der damaligen Zeit und nicht nur eine karitative Zuwendung. 

Die universelle Bedeutung der "Nächstenliebe" in den Worten von Paulus oben ist unmissverständlich angeglichen an die Botschaft von Jesus der Menschenliebe und seiner eigenen Erkenntnis der Liebe, und somit nicht als eine rein karitative Verpflichtung gemeint, sondern als grundsätzliche christliche Haltung, welche alle Ethik, Moral und Sitte einschließt. Wer die Menschen liebt, verhält sich auch dieser Haltung gemäß und erkennt seine Fehler selbst, denn niemand ist unfehlbar. Wer die Menschen aber nicht liebt, erkennt seine Fehler nicht und glaubt nur an sich selbst.

Denn alles, was Menschen mit ihrer innewohnenden Freiheit entscheiden und verursachen ist Sache der Menschen, denn Gott hat uns mit seinem Rezept des Lebens den freien Willen durch unser Bewusstsein vollumfänglich gegeben. Und Gott ist ganz sicher nicht einer, welcher immer alles wissen will, was wir tun, denken und sagen. Er hat das Universum und die lebendige Natur nicht erschaffen, um sie zu kontrollieren und zu richten, sondern viel wahrscheinlicher um sich an ihrer Entwicklung und Vielfalt zu erfreuen. Gott richtet nicht sein eigenes Werk! Unsere Seele aber ist sein Bote der Menschenliebe zu sich selbst und anderen, deren allseits gelebte Form so vielfältig ist, wie es Sterne im Universum gibt.

Nur wer dies versteht und annimmt, kann die wahre Größe Gottes als Initialschöpfer und Teil der gesamten Natur erahnen und seine eigene Bedeutung als Mensch erkennen, nämlich achtsam für sich und andere im Besten aller Sinne zu sein. Dann, und nur dann, sind wir die wahre Krönung der Schöpfung auf dieser so wunderschönen Erde.

Unsere Seelen und ihre göttliche Natur allein, vermögen ein tiefes Gefühl der Verbundenheit mit Gott und unseren Mitmenschen zu erzeugen, unabhängig von Ort und Zeit. Bei der Entdeckung meiner Menschenliebe während meines mystischen Weges hat sich mir diese göttliche Liebe durch den Geist Gottes offenbart. Meine Menschenliebe verbindet mich mit den göttlichen Seelen aller Menschen, schon immer. Wir alle tragen diese Fähigkeit in uns, dessen sollten wir uns bei jeder Begegnung mit anderen immer bewusst sein, mit oder ohne mystisches Erlebnis und mystische Erkenntnis. Aber niemals kann diese gegenseitige Verbindung unserer Seelen untereinander bewusst herbeigeführt werden, sondern sie öffnet sich auf wundersame Weise durch die gelebte Menschenliebe in ihren unendlich vielen Formen.

Kapitel 25 von Matthäus

Die Gleichnisse

Die angeblichen Gleichnisse von Jesus in den Evangelien sind sicher zum erheblich größten Teil nachträglich erfunden, um sie der frühchristlichen Vorstellung von Jesus als einen Messias anzugleichen. Stellen Sie sich vor, sie wären einer der ungebildeten, aus dem ländlichen Raum stammenden Zuhörer von Jesus gewesen und lesen vorbehaltlos vielleicht das erste Mal in Ihrem Leben das Kapitel 25 von Matthäus, gerne auch mehr Kapitel darum herum (bitte einfach nach der unkommentierten Einheitsübersetzung im Internet suchen - z.B. von Uni  Innsbruck). Es handelt sich um Worte, welche Jesus in Jerusalem kurze Zeit vor seiner Festnahme angeblich zu seinen Jüngern sprach. Nur der Evangelist Matthäus konkretisiert das Weltgericht durch Jesus auf eindrückliche und leider sehr nachhaltige Weise. Aus welchen Quellen er die angeblichen Worte von Jesus bezog, ist nicht bekannt.

Welche Gedanken kommen Ihnen dabei? Lesen Sie bitte erst dann hier weiter.

Jedenfalls kommen jedem von uns seine teils martialischen Bestrafungsworte heutzutage befremdlich vor. Warum Jesus auch so grausam in seinen Gleichnissen war, kleine törichte Mädchen vom Hochzeitsfest gnadenlos abzuweisen oder einen vorsichtigen, "nichtsnutzigen" Diener, der seinem Herrn dessen anvertrautes Geld nicht vermehrte, in die äußerste Finsternis zu werfen, klingt jedenfalls nicht nach Sanftheit und gnädigem Verzeihen, sondern eher nach radikalem Perfektionismus. Sein Geldgleichnis deutet eher auf eine angedichtete kapitalistische Denkweise von Jesus hin und ist etwas unglücklich von Matthäus an dieser Stelle erfunden und platziert. Heute werden diese Gleichnisse als eine Art Habtachtstellung interpretiert. Denn...

Das karitative Weltgericht

In seinem daran anschließenden Weltgericht teilt Jesus dann die Schafe zu seiner Rechten und die Böcke zu seiner Linken. Gerichtet werden sie von ihm ausschließlich den Tugenden der karitativen Nächstenliebe gemäß. Bei aller Liebe zu Matthäus, dies kommt mir etwas aufgesetzt und konstruiert vor. So als ob Jesus die karitative Nächstenliebe als erster erfunden hätte. Alle Menschenarten haben sich sicher schon seit allen Zeiten ihres Seins ausgeholfen und gegenseitig unterstützt und Barmherzigkeit gezeigt. Dieses Verhalten ihrer Art gemäß zeigen sogar häufig Menschenaffen wie der Schimpanse Freddy zu seinem Ziehsohn Victor und kommen "barmherzige" und hilfsbereite Affen dann auch in den Affenhimmel oder haben diese einfach Pech gehabt, weil sie die Botschaft von Jesus nicht verstehen können und Barmherzigkeit nicht zu deren Vokabular gehört? 

Die Nächstenliebe im karitativen Sinn ist keine Erfindung der Antike. Und die fallweise karitative Nächstenliebe als entscheidendes Kriterium für ewiges Leben im Himmel oder ewige Verdammnis in der Hölle festzulegen, ist schon sehr weit hergeholt und klingt nach Leichtigkeit. Jesus lebte seine Liebe zu allen Menschen, was leider keine Rolle in Kapitel 25 und dem darin enthaltenen Endgericht spielt. Nur seine gelebte und sicher verständlich erklärte, alle Menschen einschließende Liebe und seine Botschaft der Gewaltlosigkeit, beeindruckte seine Zuhörer. Die Wirkung seiner Worte über die Liebe benötigte auch keine evangelistische Umrahmung durch Wunder oder sonstige Zaubereien, für die er wahrscheinlich als Dämon schnell verdächtigt, verhaftet oder getötet worden wäre. Man stelle sich vor, ein Mensch bewirkt drei lange Jahre lang in einem größeren Gebiet alle möglichen Arten von extremen Wundern ohne Entdeckung und Reaktion der Obrigkeit.

Wenn man mit Hilfe der KI nach der Interpretation der Kirchen zu Kapitel 25 sucht, findet man überaus schlüssige intellektuell bestens ausgereifte und theologisch fundierte Antworten auf jede einzelne Zeile, welche jeder theologischen Doktorarbeit angemessen wären. Haben die ungebildeten Zuhörer von Jesus seine in Kapitel 25 aufgeführten Worte auch im modernen Sinn der heute wissenschaftlich ausgereiften Interpretationen verstanden, falls Jesus diese Worte exakt so sprach? Aber auch die modernen Interpretationen der Kirchen des Kapitel 25 belassen die fallweise karitative Haltung der Schafe als Kriterium für ewiges Leben im Himmel.

Liebe als Urtugend

Paulus als Zeitgenosse von Jesus, und selbst auch Mystiker, war da schon viel näher an der Botschaft von Jesus in seinem Hohen Lied der Liebe dran:

1 Kor 13,3 Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte / und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe, / hätte aber die Liebe nicht, / nützte es mir nichts.

Fragen Sie die KI nach Kapitel 25 von Matthäus und vergleichen Sie die modernen theologischen Interpretationen der katholischen, protestantischen und orthodoxen Kirchen mit Ihren noch unvoreingenommen Gedanken vorhin nach dem Lesen des Kapitels. Ich tippe darauf, dass Sie wohl auf keine der modernen Interpretationen zu den Jungfrauen und den Talenten gekommen sind, die Aussagen über das Weltgericht sind hingegen etwas leichter in ihren Grundzügen erratbar. Das barmherzige Helfen von Notleidenden steht als moralische Tugend außer Frage, diese Tugend ist aber seit Anbeginn im sozialen Verhalten der Menschheit verankert, wobei charakterlich hilfsbereite Menschen dieser Tugend im jeweiligen Einzelfall eher nachkommen werden, als egoistische Menschen. Jesus und Paulus ging es aber um die ganzheitliche Tugend und Haltung der Menschenliebe, welche nicht an Gelegenheiten wie dem Erkennen einer Notlage bei anderen geknüpft ist, sondern sich in allen Lebenssituationen zeigt. Paulus drückt sich da sehr deutlich aus, wenn er davon spricht: "...hätte aber die Liebe nicht", was die Menschenliebe zur ganzheitlichen und zeitlosen Ur-Tugend manifestiert.

Und schon zu Zeiten des Schriftstellers Matthäus Jahrzehnte nach Jesus und Paulus Tod ging ihm und anderen Frühchristen der Kern der Botschaften von Jesus und Paulus der universellen Menschenliebe offensichtlich verloren, was ganz und gar nicht verwundert. Denn keiner der Schriftsteller konnte sich das Wesen der Botschaft der Menschenliebe in seiner eigentlichen Bedeutung mehr vorstellen, denn die beiden Protagonisten waren längst verstorben und niemand hat die Erklärungen von Jesus zur Menschenliebe aufgeschrieben. Die karitative Nächstenliebe als "Werkglaube" blieb als kleiner Teil aus dem viel größeren Fundus der Erkenntnis aus der Zeit von Jesus und Paulus übrig, leicht zu verstehen und leicht anzuwenden, wenn man beabsichtigt, für ewig in den Himmel zu kommen. Ob der Zweck in diesem Fall die Mittel heiligte, bleibt mal dahingestellt. Jesus und Paulus erkannten und erlebten aber aus ihrem tiefen Inneren heraus die Menschenliebe als ihren wahren Sinn und ihr wahres Wesen, welche unabhängig von Ort, Zeit und Gelegenheit ihre Wirkung zeigt. Denn eine zeitlose Liebe kann nur zeitlos wirken.

Der Werkglaube

Wie hätte sich die Menschheit doch zu einem besseren Umgang miteinander auch im globalen Sinn entwickeln können, wenn Matthäus seine Erlösungskriterien ab Mt 25,35 ff mit der Menschenliebe verbunden hätte:

Original mit dem Kern eines Glaubens an Werke: Tat (Werk) --> Erlösung; die Tat ist das Kriterium und die äußere Leistung ist der Fokus zur Erlösung:

Mt 25,35 Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen;

Es besteht die Gefahr einer Fehlinterpretation durch die Gläubigen im Alltag, indem die karitativen Werke einen schlechten Charakter kompensieren können. Beispiel: Ich mobbe oder übervorteile fortgesetzt meine Kollegin/meinen Kollegen, egal ob durch persönliche Worte, Gesten, Diffamierung, Verleumdung, üble Nachrede oder durch Cybermobbing, spende aber gelegentlich an die Kirche oder an eine sonstige Organisation Geld oder alte Kleider und komme deswegen gemäß Matthäus ungeachtet meines Charakters oder einer sonstigen Voraussetzung in den Himmel. Solange ich nicht über die Folgen bei der gemobbten Kollegin oder beim Kollegen reflektierte, erkenne ich das Mobbing womöglich gar nicht als schlechte Eigenschaft bei mir selbst. Mit einer den eigenen Vorteil der Erlösung im Hinterkopf ausgeführten karitativen Tat entsteht auch das Missverständnis, dass man selbst über seine Zukunft in Himmel oder Hölle entscheiden könne.

Der Paulusglaube

Vorschlag an Matthäus unter Berücksichtigung der Menschenliebe (Paulinischer Glaube: Liebe --> Tat --> Erlösung; die Liebe ist die Motivation, der Grund und die Quelle als Kriterium zur Erlösung):

"Ich war hungrig und durstig, und weil ihr mich mit wahrer Liebe geliebt habt, habt ihr mir zu essen und zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und weil ihr mich mit wahrer Liebe geliebt habt, habt ihr mich aufgenommen."

Mein Vorschlag zur Erlösungstheorie von Matthäus verbindet die übergeordnete Menschenliebe, wie sie Jesus und Paulus erkannt und gelebt haben, mit Beispielen karitativer Zuwendung, wie sie Matthäus einbrachte. Dennoch wären die eher gelegentlich erbrachten karitativen Werke bei weitem nicht die einzig bindenden für eine Erlösung im Sinne von Paulus, sondern das gesamte charakterliche und handelnde Bild und deswegen mein abschließender Vorschlag:

"Weil du mir mit wahrer Liebe begegnet bist, nehme ich deine Taten oder deine Hilfe mit tief empfundener Dankbarkeit an."

Diese Worte spiegeln eine tiefe Verbundenheit zwischen dem Gebenden und Nehmenden wider und zwar unabhängig von der Art der Tat. Jede aus der inneren Haltung der Menschenliebe heraus empfundene Hilfestellung in allen Bereichen des Lebens erzeugt in dem Moment eine gegenseitige tiefe Verbundenheit miteinander und mit Gott und ist aus eigener Erfahrung heraus sogar oft nachhaltig. Völlig unabhängig von einem Glauben an Erlösung oder einem ewigen Leben nach dem Tod, entsprechen diese Worte eher dem Kern der Menschenliebe, welche die innere Verbundenheit miteinander als Sinn und Wesen des menschlichen bewussten und handelnden Lebens ausdrücken. Diese Verbundenheit kann aber nur dann entstehen, wenn wir uns gegenseitig auf Augenhöhe begegnen. Auch unabhängig von jeder Art von Religion oder Weltanschauung öffnet die gelebte Verbundenheit mit allen Mitmenschen in allen Bereichen des Lebens das Tor zu Gott schon zu Lebzeiten und das Leben selbst eröffnet uns die Stufen zur Verbundenheit mit Gott.

Worte von Jesus

Es gibt also drei Kategorien der Worte von Jesus. 

1

Seine gesprochenen Worte, welche er zu den Zuhörern sagte. Diese Worte 
sind für alle Zeiten verschollen, denn niemand hat sie während der Lebenszeit von Jesus authentisch aufgezeichnet und wenn doch, sind diese Dokumente verloren gegangen. Geblieben ist jedoch das Wesen seiner Botschaft, nämlich die Liebe einander und die Gewaltlosigkeit.

2

Die durch den Heiligen Geist den vier Evangelisten und Paulus Jahre nach Jesus Tod inspirierten Worte und Taten von Jesus. Der Heilige Geist wurde im ersten frühchristlichen Konzil im 4. Jahrhundert als dritte Person der Trinität von Gott festgelegt und wurde ursprünglich aus alttestamentlichen Berichten über den Geist als die Kraft, die Macht oder Energie Gottes entlehnt und dann mit weiteren passenden christlichen Attributen erweitert. Die Verse und Formulierungen der inspirierten Schriftsteller über das Leben von Jesus und dessen Worte entstammen also nach Ansicht der christlichen Kirchen direkt aus dem Willen Gottes. In Wahrheit aber waren ihre ausschließlich aus eigenem Antrieb und völlig ohne die führende Hand Gottes verfassten Schriften nichts anderes als die Einbindung von Jesus in ihr jüdisch geprägtes Gottesbild von einem Erlöser der Sünden und von einem strengen Richter übermenschlicher Natur, der irgendwie zu den Prophezeiungen von Jesaja und anderen passen musste. 

Auch mit der Unterstützung Gottes zur Sicherstellung der Wahrheit wurden im Konzil von Nicäa in 325 n.Chr. viele frühchristliche Schriften und Briefe wie das gnostische Thomasevangelium, welches eher auf spirituelle Erkenntnis des Einzelnen beruht, im Konzil von Nizäa verbannt oder verbrannt und es wurden nur die vier bekannten Evangelien und einige Briefe und Geschichten für die weitere Verwendung in der neuen, nun römischen staatlich verordneten Religion, ausgesucht. Was die alten Schriftsteller aber bei der Formulierung ihrer Worte selbst dachten und wie sie ihre eigenen Sätze interpretierten, bleibt für immer deren Geheimnis. Alle danach folgenden ökumenische Konzile der Bischöfe werden nach Lehrmeinung ebenfalls vom Heiligen Geist unterstützt, um Irrtümer zu vermeiden.

3

Die Interpretationen der Worte aus 2. durch die nachfolgenden Päpste, deren Inquisitoren und Priesterschaft mit ihrem zeitlichen Verlauf bis zum heutigen Tag. In dieser Kategorie findet man spirituell logisch ausgereifte Interpretationen der Schriften oder Predigten, welche den Menschen in ihrer jeweiligen Zeit verkündet wurden. Je nach Unbilden der Natur, eigenen geld- und machtpolitischen Anforderungen oder kriegerischen Vorkommnissen wurden diese Interpretationen an den Zeitgeist angepasst. Herrscher wurden in ihren Kriegen und Eroberungen von den Kirchenoberen in den gegnerischen Ländern gleichermaßen unterstützt, das Volk zu Abgaben an die Kirche genötigt, auch um die großen und mächtig erscheinenden Kirchen zu bauen, die Ernährung des Klerus wurde durch die Abgabe des Zehnten gesichert, die Verbleibzeit im Fegefeuer konnte durch den Ablasshandel verkürzt werden und unzählig andere nützliche Einnahmequellen wurden erfunden, um sich die spirituelle Nähe zum Volk zu sichern und das alles mit der vermeintlichen Zustimmung aus den Sphären des Himmels. Keiner der Gläubigen wagte Widerspruch zu den Geflogenheiten des Klerus einzulegen und niemand konnte die Verwendungspraxis der eingenommen Gelder überprüfen. Heute werden Schwächen oder Fehler der Kirche allesamt ohne den Grund der Verfehlungen zu nennen bedauert und zu den Akten gelegt, denn erst heute weiß die Kirche alles besser und verkündet die Worte von Jesus nun endlich ausschließlich in ihrem ursprünglichen Sinn für das gemeine Volk. Oder irre ich mich?

Jede andersartige Interpretationen der Schriften werden jedenfalls entschieden abgelehnt, übrigens auch alle Interpretationen der Schrift von professionellen- und Laienangehörigen der Kirche, denn der Glaube ist auch heutzutage nicht wirklich frei, sondern wird vorgegeben, wie es seit antiken Zeiten eben üblich war. Somit wird das eigenständige Lesen der Bibel im Grunde obsolet. Deshalb ist Religion ja auch Unterrichtsfach in den Schulen und für die spirituelle Interpretation ist der Pfarrer auf der hohen Kanzel oder am Ambo zuständig. Die Religion wird uns eben beigebracht wie das Einmaleins. Ich verstehe ja den Schutzmechanismus, der dahinter steckt, kann mich dem aber leider nicht beugen. Niemand kann jemanden seine Spiritualität beibringen, denn jeder Mensch hat die von Gott stammende Menschenliebe von Beginn an durch seine Seele erhalten und die Fähigkeit sich mit den Seelen aller und mit Gott zu verbinden. Diese Fähigkeit haben wohl schon alle Arten von Homo seit hunderttausenden von Jahren. Und viele Menschen leben seither die Menschenliebe, ohne dieses Wort jemals gehört zu haben.

Jesus und die Menschenliebe

Der Querdenker

Jesus hatte wohl nach Kindheit und Jugend, welche gemäß seinem sozialen Umfeld verlief, im Erwachsenenalter eine tiefe Gottes- und Seelenerfahrung oder Erkenntnis, wahrscheinlich eine Art Erweckung. Dessen Kern war seine Menschenliebe, welche er mit seinen Mitmenschen unter dem Hintergrund der damals vorherrschenden apokalyptischen Erwartung teilen wollte. Sein Volk hoffte auf das baldige Ende der damals empfundenen verdorbenen Weltordnung und das Ende der Erniedrigung durch die römische Besatzung. Auch die Hoffnung auf das baldige Erscheinen eines Messias war groß, denn dieser gerechte Retter wurde von Jesaja schon Jahrhunderte zuvor prophezeit. 

Besonders Paulus und auch die drei frühen Evangelisten (außer vielleicht der spätere Johannes) glaubten wohl auch an das vermeintlich kurz bevorstehende Endzeitszenario. Negatives Denken überwog damals wohl deutlich gegenüber einer positiven Grundhaltung im Angesicht der brutalen römischen Fremdherrschaft. Die charismatische Persönlichkeit von Jesus machte sicher großen Eindruck auf seine Zuhörer, welchen er seine Botschaft von der Menschenliebe lehrte. Jesus war also im historischen Sinn eher ein jüdischer radikaler Querdenker und Feldprediger und aus damaliger frühchristlicher Sicht der erlösende Gottessohn, ganz nach den alten jüdischen Prophezeiungen der alten Schriften.

Die Erkenntnis der Menschenliebe

Wohl nur die schriftunkundigen einfachen Menschen in seinem persönlichen Umfeld nahmen aber die Worte von Jesus über die universelle Liebe wirksam und authentisch wahr und sicher verstanden ihn viele. Jesus offenbarte ihnen ihre schon immer innewohnende Menschenliebe, indem er ihnen einen Spiegel durch sein Wirken und Reden vorhielt. Er legte sich nicht mit seinen Widersachern an, sondern stellte ihnen seine friedliebende Haltung gegenüber und erzeugte so sicher oft einen Wandel bei ihnen. Er redete mit jederfrau und jedermann, egal aus welchem gesellschaftlichen Umfeld und spirituellen Hintergrund sie stammten und erzeugte damit bei seinen Zuhörern anfangs sicher große Verwunderung. Er verschob durch sein Vorbild das Oben-/Untendenken und den Dünkel seiner Mitmenschen in die Schublade ihres Lebens und verschloss diese. Die Menschen, die ihm zuhörten, waren sicher sehr beeindruckt von seinen Worten und aus Menschenliebe gezeigten Taten, deren tiefe Bedeutung ihnen eine neue persönliche Dimension, Freiheit und Eigenverantwortlichkeit in ihr spirituelles Denken und in ihre Haltung zueinander ermöglichte. Er lehrte ihnen nicht die Gebote von Moses, welche ihnen ihre Priester bei jeder Gelegenheit einhämmerten, sondern die Erkenntnis ihrer eigenen Menschenliebe.

Damit eckte er sicherlich bei den Vermittlern des Glaubens, deren Autorität und deren traditionellen Interpretationen der Schriften an, damit musste er rechnen, insbesondere weil er auch die alten Riten des Opferkultes im Tempel und die Funktion der Priesterschaft und deren Gehabe im Allgemeinen in Frage stellte und möglicherweise auch heute noch bei den aktuellen Religionen in Frage stellen würde, welche sich trotz der unterschiedlichen Riten im Wesen doch sehr ähneln. 

Das Erlebnis des Teilens

In meiner Jugend als Pfadfinder habe ich einmal erlebt, dass ein Priester bei einem unserer Kurse mit uns an einer langen Tischbank wie beim Abendmahl sitzend Glaubensinhalte erzählte, wohlgemerkt kein Gottesdienst! Am Ende angekommen zückte er einen Laib Brot aus seiner Tasche und ließ ihn von einem der unseren teilen. Dieser Junge reichte dann die beiden Hälften an uns weiter und jedes Mädchen und jeder Junge brachen für sich selbst ein Stück ab. Dies war damals eine sehr beeindruckende Zusammenkunft für uns alle, welche den wahren Kern der Botschaft von Jesus erlebbar gemacht hat, das Teilen miteinander in Liebe und Freundschaft. Für mich war diese Zusammenkunft mehr wert, als alle besuchten Gottesdienste und das Essen des angeblich verwandelten Leibs von Christus in der Kirche.

Die wohl schriftunkundigen Gefährten auf seiner langen Reise durch Teile Israels verstanden seine Worte über die Liebe jedenfalls, sogar sehr genau und verinnerlichten diese. 

Menschenliebe und Feindesliebe

Die Botschaft

Zu keinem einzigen Zeitpunkt seines Lebens aber wollte Jesus, auch wegen seiner möglichen Erwartung des nahen Weltenendes, ein Religionsgründer für die Zukunft sein und schon gar nicht einer, der mit Schwertern seine Botschaft der Liebe und der Gewaltlosigkeit verbreitet. Er war eher ein Vorbereiter der Menschen auf das in naher Zukunft erwartete Endgericht Gottes und ein Erneuerer des jüdischen Glaubens aus der Motivation seiner eigenen Erkenntnisse heraus, der die Botschaften des Alten Testaments der karitativen Nächstenliebe, wie sie besonders von Jesaja lange vor seiner Zeit sehr schön poetisch formuliert wurde, um die Kernaussage der universellen Menschenliebe eindrücklich erweiterte. Seine Erkenntnisse beruhten auf seine erlebte Nähe zu Gott, als dessen Gesandter er sich möglicherweise sogar fühlte. Er drückte womöglich als erster sehr überzeugend aus, dass die Gebote Gottes durch eine gelebte und verzeihende Menschenliebe allesamt erfüllt sind, und verkündete diese Erkenntnis an seine Mitmenschen. 

Die Prophezeiung

Jedenfalls wurde aus Jesus erst später der vergöttlichte Messias, der Erlöser der Christusgläubigen via Dogma der damaligen Elite gemacht. Der aus den führenden Kreisen Jerusalems stammende Prophet Jesaja hatte aus theologischer Sichtweise eine göttliche Eingebung der Prophezeiung eines von Gott Gesandten, welcher seinem Volk Gerechtigkeit und Frieden bringt. Vor dem Hintergrund seiner damals als grausam empfundenen und von Gewalt und Kriegen durchzogenen Realität prophezeite er einen Gesandten Gottes, der als weltlicher Herrscher, Richter, Friedensstifter und Erlöser der Sünden des Volkes Israel auftritt. Jesajas Prophezeiung hatte auch eine universale Dimension, wenn er in Jesaja 49.6 von der Ankunft des Gottesknechtes als "Licht für die Völker" spricht, damit Gottes Heil "bis an die Enden der Erde" reicht. Die visionäre Vorstellung Jesajas macht deutlich, dass die Frieden in der Welt bringende, aber auch spirituell geistige Erlösung der Welt durch Israel hindurch erfolgen sollte. Jesaja war also ein Mensch mit sehr hohem ethischen Ideal und er erhoffte sich einen von Gott gesandten Macher für die Umsetzung seiner nach außen und innen Frieden bringenden visionären Gedanken, denn er selbst konnte diese Rolle wohl nicht einnehmen.

Jesaja hatte also eine Vision eines gerechten und gottesfürchtigen Knechts, der durch sein wie auch immer gestaltetes Frieden bringendes Wirken alle Kriege überflüssig macht und durch sein Beispiel auch die Völker beeinflussen konnte, welche sein eigenes Volk bedrohten und somit zum Erlöser aller würde. Die Gründe für seine idealistische Prophezeiung passten einigermaßen gut zur von Kriegen und Gemetzeln heimgesuchten Lebenssituation Jesajas, aus der heraus er seine Vision entwickelte, denn Jesaja wollte eigentlich einfach vor allem nur Frieden in seinem Land.

Globale Feindesliebe

Jesus entdeckte aber, wie wohl schon viele andere Menschen vor ihm, die universelle Menschenliebe in sich und vermittelte diese auf seine ganz eigene wirksame Art, welche das Mittel für Jesajas Frieden bringenden vorhergesagten Herrscher sein könnte, wenn sie denn von allen verstanden und verinnerlicht würde, auch von den Feinden, bevor diese ihren Angriff starten. Nun haben sich diese globalen "sich gegenseitig friedenliebenden Feinde"- Visionen von Jesaja leider bis zum heutigen Tage mangels Willen oder Verständnis nicht erfüllt und wird sich wohl auch niemals in einer ausschließlich von Macht-, Geld- oder politischen Interessen gesteuerten Welt erfüllen lassen, das wäre naiv zu glauben. Die große Politik entscheidet nämlich zum Guten oder Schlechten nach übergeordneten Interessen, welche ganze Länder und Herrschaftssysteme betreffen und nicht nach den Bedürfnissen des Einzelnen, das war auch schon zu Jesajas Zeiten in den damaligen politischen Gemeinschaften so. Leider kann man eine persönliche gelebte Feindesliebe von Auge zu Auge den militärischen oder terroristischen Angreifern mit ihren Bomben, Panzern, Maschinengewehren und neuerdings Drohnen nicht entgegenstellen.

Persönliche Feindesliebe

Nein, es geht bei der Menschenliebe, wie Jesus sie verkündete, um eine wirksam gelebte Haltung jedes Einzelnen, welche sich im größeren Maßstab im privaten und beruflichen Lebensumfeld zu einem friedlichen und gedeihlichen Miteinander entwickeln kann. Beispielsweise der Umgang mit erkanntem Mobbing bei anderen, welches eher zum Menschen- und Feindesliebe-Thema von Jesus passt. Durch verantwortungsbewusste Hilfe gelang es mir tatsächlich als Führungskraft bei meinen Mitarbeitern zwischenmenschliche Probleme aufzulösen. 

Jeder kannte meine Einstellung zu Mobbing durch eine mit Erklärungen angereicherte, klare und von allen verstandene und wiederholt vorgetragene Positionierung dazu. Der in diesem nicht-karitativen Fall helfende und nicht belehrende Umgang auf Augenhöhe mit allen Beteiligten bei erkanntem Mobbing ist dabei entscheidend. Sicher gelangen nicht alle Mobbingfälle in die Ohren einer Führungskraft, aber jedenfalls sind die Chancen dafür höher, wenn man sich dazu klar positioniert hat. Somit wird man zum glaubwürdigen Ansprechpartner, wenn in der Runde der Mitarbeiter persönliche Probleme untereinander eine Rolle spielen. Ausführlich beschrieben auf meiner Textseite: Menschenführung, aber wie? Aus "Feinden" können sogar Freunde werden oder einfach nur gute Kolleginnen und Kollegen, wenn der aktive Umgang einer Führungskraft mit Mobbing positive Wirkung zeigt. Das Unterlassen von Vorwürfen spielt dabei die wirksamste Rolle und das Unterlassen des notwendigen "sich darum Kümmerns als Führungskraft" bewirkt gar nichts. Die Menschenliebe zeigt sich dann besonders wirksam, wenn man sich gegenseitig nichts nachträgt. 

Eine gelebte Feindesliebe hat allerdings nichts mit dem symbolischen Hinhalten der anderen Backe im wörtlichen Sinn zu tun. Im folgendem Text habe ich meine eigene Reaktion auf körperlich aggressive Handlungen mit der KI diskutiert und verdeutlicht, dass die Menschenliebe eine wirksame Kraft gegen Aggressivität sein kann, wenn diese eine Verbindung mit dem Gegenüber aufbaut: Gelebte Feindesliebe, meine Unterhaltung mit ChatGPT und Gemini KI

Die Menschenliebe als Kern der Botschaft Jesu

Jeder hat sie

Viele Menschen aller Kulturen leben die Menschenliebe, von der Jesus sprach, bereits seit ihrer Kindheit, ohne sich dessen bewusst zu sein. Sie wundern sich eher über jene, die anders handeln, weil ihnen die Haltung von Respekt, Mitgefühl und Wohlwollen selbstverständlich ist. Diese Menschenliebe ist ursprünglich, denn sie bildet das Wesen der menschlichen Seele von Anfang an. Doch nicht alle können oder wollen dieses innere Potenzial entfalten. Angst, Verletzungen, gesellschaftliche Einflüsse, die erlebte Erziehung oder ein starkes Bedürfnis nach Selbstschutz verdecken oft den Zugang zum Herzen. Die Entwicklung hin zu einer menschenfreundlichen Haltung gelingt jedoch ausschließlich von innen heraus, durch Selbsterkenntnis, Reifung oder einen persönlichen Transformationsprozess.

Wer die Menschenliebe jedoch bereits lebt, benötigt keinen zusätzlichen Entwicklungsweg oder ein mystisches Erlebnis. Ihr Handeln entsteht natürlich und mühelos.

Ihre Wirkung

Ein gutes Beispiel für verinnerlichte Menschenliebe findet sich im Umgang mit aggressiv wirkenden Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern oder Arztpraxen. Diese reagieren oder agieren oft abweisend, schimpfen oder schlagen sogar um sich, wenn man sie anspricht oder berührt. Doch es gibt Pflegekräfte und Ärztinnen und Ärzte, denen es gelingt, sich von Anfang an friedvoll und verständnisvoll zu nähern. Bei ihnen bleiben die aggressiven Reaktionen aus oder lösen sich schnell auf. In manchen Kliniken kennt man diese besonderen Fähigkeiten und ruft gezielt jene Menschen hinzu, die diese innere Sanftheit verkörpern. Die Ursache dafür liegt in der unbewussten Verbundenheit der Seelen. Wo Liebe, Geduld und Würde ausgestrahlt werden, kann der andere sie spüren, selbst dann, wenn Worte fehlen oder das Bewusstsein eingeschränkt ist.

Die gelebte Menschenliebe äußert sich in Friedfertigkeit und Sanftheit. Genau dieser Kern entspricht der Botschaft Jesu. Seine Wirkung auf die Menschen beruhte nicht auf spektakulären Wundern, sondern auf der Kraft seiner Worte über Liebe, Vergebung und Gemeinschaft. Stellen wir uns vor, jemand würde über Jahre hinweg öffentlich extreme Wunder wirken. Die Obrigkeit jener Zeit hätte schnell Verdacht geschöpft, Verdacht auf Magie, auf dämonische Kräfte oder Aufruhr. Stattdessen beeindruckte Jesus durch seine radikale Gewaltlosigkeit, seine Zuwendung zu den Ausgeschlossenen und seine Worte, die das Herz berührten.
Er zeigte den Menschen, was sie längst in sich tragen: Die Fähigkeit, sich im anderen selbst zu erkennen und ihm in Liebe zu begegnen.

Störende Muster

Das Beispiel aus dem Krankenhaus lässt sich auf alle Lebensbereiche übertragen. Jeder von uns kennt Situationen, in denen man sich selbst oder dem Gegenüber im Weg steht, wenn es um einen menschenfreundlichen Umgang geht. Auch ich kann meine Menschenliebe nicht immer uneingeschränkt leben, denn tief verwurzelte Muster und Gewohnheiten treten manchmal dazwischen. In solchen Momenten hilft mir eine kurze, ehrliche Selbstreflexion, um mich innerlich neu auszurichten und der nächsten Begegnung friedvoller entgegenzugehen. Denn niemand ist vollkommen. Paulus hat dies vor 2000 Jahren offen eingestanden und vielleicht war auch Jesus nicht jener makellose Mensch, als den ihn die Kirchen gerne darstellen. Uns unvollkommenen Menschen bleibt daher nur, stetig weiter an uns zu wachsen. Eine erlebte Verbundenheit mit anderen schenkt mir dabei Freude und eine tiefe Gelassenheit.

Das Potential

Jesaja war zweifellos ein außergewöhnlicher Denker und Visionär seiner Zeit (um 740–700 v. Chr.). Damals herrschte das Bild eines allwissenden „Herrn der Heere“ vor, der richtet, straft und lenkt. Aus dieser Vorstellung heraus kündigte Jesaja einen von Gott gesandten Erlöser an, der Israel und die Welt befreien sollte. Doch Gott greift nach meinem Verständnis nicht unmittelbar in die Geschicke der Menschen ein. Deshalb gab, gibt und wird es auch keinen äußeren Erlöser geben, der stellvertretend das Heil bringt. Stattdessen trägt jeder Mensch die Fähigkeit zur Menschenliebe in sich und kann sie in seinem Umfeld auf ganz eigene Weise leben.

Jesus entdeckte diese Fähigkeit in seiner eigenen Seele und ließ sie zu seinem Lebensprinzip werden. Er lebte die Liebe und gab sie weiter, auch an die Ausgeschlossenen am Rand der Gesellschaft. Dass sein Wirken in der Geschichte so tiefgreifende und oft missverstandene Folgen haben würde, im Guten wie im Schlechten, konnte er nicht absehen. Denn Jesus war ein Mensch, wie wir alle.

Ob Jesus nun ein von Gott Gesandter war oder ein Mensch, der aus eigener Erkenntnis und eigenem inneren Drang das Gebot der Liebe verkündete, hatte seine Botschaft eine neue Dimension. Denn er sagte es klar und unmissverständlich: „Liebt einander.“ Und viele verstanden ihn. In diesem Sinn erkenne ich in Jesus einen wahren Gesandten Gottes. Nicht, weil er dazu ernannt wurde, sondern weil er die Menschenliebe in sich entdeckte, sie lebte und an andere weitergab. Dasselbe Potenzial tragen wir alle in uns. Wenn wir diese Liebe in uns freilegen und ihr die innere Freiheit geben, sich zu entfalten, werden auch wir zu Gesandten Gottes.

Verbundenheit und Gelassenheit

Menschenliebe ist vor allem eine tiefe innere Haltung. Sie entspringt direkt unserer Seele und richtet sich sowohl an uns selbst als auch an alle anderen Menschen. Sie ist keine religiöse Erfindung, kein moralischer Anspruch von außen, sondern ein ureigenes Geschenk Gottes an jeden Menschen, seit Anbeginn. Sie ist der Kern unserer Seele und damit der Kern unseres Menschseins.

Wenn sich die Menschenliebe zeigt, fühlen wir uns getragen. Sie verbindet uns unsichtbar mit den Seelen aller anderen. Sie wird wahrgenommen, auch ohne Worte. Aus Misstrauen kann Vertrauen werden, aus Nachtragen Verzeihen, aus Unbehagen Wohlwollen. Die Miene glättet sich, ein freundlicher Blick entsteht und allein das verändert ein ganzes Miteinander. Solche Momente erlebe ich im Alltag immer wieder; nicht ständig, aber jedes Mal mit Freude, wenn die Verbundenheit zu einem anderen Menschen spürbar wird. Eine unerwartete, spontane Umarmung kann dann zum schönsten Ausdruck dieser Liebe werden. Die Menschenliebe befähigt uns zum Erleben der Seele des Universums, in der wir alle schon immer vereint sind.

Nur gelebte und erlebte Menschenliebe kann uns inneren Frieden schenken, Gelassenheit fördern und gegenseitigen Respekt und Wertschätzung wachsen lassen, unabhängig davon, welche religiösen Überzeugungen wir tragen. Sie hilft uns, Egoismus, Überheblichkeit, Neid, Arroganz und Dünkel zu überwinden. Und sie macht unser Miteinander reicher, leichter und menschlicher. Da alle Menschen die Menschenliebe in sich tragen, entsteht bei jeder bewusst wahrgenommenen Begegnung miteinander eine innere Verbundenheit und Wirkung, unabhängig von ihrer äußeren Erscheinung. Diese Verbundenheit kann sogar im Vorübergehen entstehen.

Die gelebte Menschenliebe füreinander ist die wahre Botschaft Jesu an alle Menschen, denen wir im Leben begegnen. Eine Verbindung zwischen Seelen gelingt jedoch nur dann, wenn wir uns innerlich auf Augenhöhe begegnen,
sowohl mit unserem Herzen, als auch mit unserem Verstand. Dann entsteht auch ein Gefühl der Verbundenheit in unseren Herzen.

Die Menschenliebe selbst ist der Auslöser für eine Haltung, welche das Oben-/Untendenken überwindet und erst die Begegnung auf Augenhöhe ermöglicht eine gelebte Menschenliebe.

Die Rolle von Jesus

Entsprungen aus dem Rezept des Lebens

Jesus hatte ein Gotteserlebnis wie Abraham, Moses, Jesaja und unzählig viele andere. Durch seine Begegnung mit Gott erfuhr ihm der eigene Wille, seine Erkenntnisse aus dieser Begegnung anderen Menschen zugänglich zu machen. Er war ein Mensch wie wir alle, denn nichts anderes konnte er sein. Gott schuf das Leben vor langer Zeit in einem Akt, welcher dem Urknall entsprach und gab dem Leben von Anfang an alles Notwendige mit, was es brauchte, um sich evolutionär zu entwickeln. Jede Art von nachträglicher Zauberei nach vielen Milliarden Jahren seit Beginn seiner Schöpfung wie eine theologisch "notwendige" Jungfrauengeburt in den Rändern einer riesigen Spiralgalaxie, auf dem Planeten Erde am Rande des toten Meeres wäre zutiefst unangemessen für einen Schöpfer und würde meinen Glauben an Gott heutzutage sofort in Zweifel ziehen.

Denn unser Universum ist entstanden aus dem Rezept des Urakts der Schöpfung Gottes, allerdings ganz anders als in der Genesis beschrieben. Sein Rezept des Lebens beinhaltete alles, was seit den ersten Lebewesen auf der Erde danach geschah, auch die ersten Menschen mit ihrem im Vergleich zu Tieren fortschrittlicher entwickelten Bewusstsein und auch den biologischen Ursprung von Jesus. Gott gab jedem Menschen seine Seele mit und somit die Möglichkeit, Kontakt mit ihm aufzunehmen, so wie es Jesus tat. Das Leben und somit wir alle sind göttlicher Natur, denn Gott schuf das Leben und wohnt in uns allen, erkennen müssen wir ihn in uns aber schon selbst. Somit sind wir alle Schwestern und Brüder von Jesus in allen Zeiten des Menschseins, der uns die Botschaft Gottes der Menschenliebe näher gebracht hat, als alle zuvor, und deswegen auf Anregung und Befehl der Elite sterben musste. 

Der Querulant wird zum Erlöser

Die Personengruppe der Priester und Kaufleute hatte jedenfalls ein durchaus nachvollziehbares Interesse sich Jesus vom Hals zu schaffen. Den Priestern missfiel seine spirituelle Wirkung auf die Massen, denn von universeller Menschen- und persönlicher Feindesliebe wollten sie nichts wissen, und den Kaufleuten ärgerte der Rauswurf aus dem gewinnbringenden Marktplatz des Tempels. Nichts anderes würde auch heute, egal in welcher Kultur wir leben, auch so passieren, wenn auch jeder spirituelle Querulant nicht mehr gleich gefoltert, umgebracht, gekreuzigt oder verbrannt, sondern einfach ignoriert oder ausgegrenzt würde.

Entweder stammten die Treiber für die Tötung Jesu aus den jüdischen Eliten oder die Römer selbst haben Jesus verhaftet und wegen seiner Missachtung des strengen römischen Rechts verurteilt und getötet. Möglicherweise spielten beide Gründe eine Rolle für die Verurteilung Jesus zum Tode. Anschließend wurde durch die christlichen Schriftgelehrten eine Erzählung formuliert, in der zwei wesentliche Merkmale auftraten: 

1. Die Eliten des jüdischen Volkes wurden in den Testamenten primär für den Tod Jesus verantwortlich gemacht, auch getragen von ureigenen Interessen der frühen Christen, die Römer für die Mitschuld am Tod Jesus weitgehend rauszuhalten, um deren christliche Missionierung nicht zu gefährden. 

2. Es erfolgte in der Zeit nach dem Tod von Jesus eine Umdeutung der Ursache für seinen Tod, indem man ihm die eigene Absicht unterstellte, mit seinem Tod die ganze Menschheit von ihren Sünden zu erlösen. 

Punkt 1 führte wohl in einem bedeutenden Maße, aber eher ungewollt, zum Antisemitismus in der Folgezeit mit all ihren katastrophalen Folgen.

Punkt 2 entlarvt die Absicht der Evangelisten, aus Jesus ihren eigenen Interpretationen der jüdischen Prophezeiungen gemäß ein übermenschliches, also göttliches Wesen zu machen, was er aber zu keinem Zeitpunkt seines Lebens war. Diese Absicht und deren spätere dogmatische Festlegung begründet sich erheblich auch aus den missionierenden Schriften von Paulus, dem eigentlichen Erfinder und allererstem Interpreten und Berichterstatter der Erlöserrolle von Jesus als Sühnopfer für viele und eines wieder auferstandenen Heiland. 

Für Paulus war Jesus zwar immer nur ein wahrer Mensch, geboren von einer Frau (Gal, 4,4). Der Galaterbrief wird allgemein aufgrund seiner sehr persönlichen Ausdruckweise als authentisch angesehen. Für Paulus spielte die Abstammungslinie von Jesus die entscheidende Rolle, welcher seiner Meinung nach aus der Linie von David stammte. Dennoch nannte Paulus Jesus als "Ebenbild des unsichtbaren Gottes" (Kol 1,15). Die Echtheit dieses späten Briefes an die Kolosser ist allerdings in der Religionswissenschaft umstritten und war dennoch ein wichtiges Argument für die spätere Dogmatisierung Jesus als Gott.

Die Verurteilung

Jesus war aber auch den Römern ein Dorn im Auge, da er durch seine provokante Vorgehensweise am Tempel oder anderswo die öffentliche Ordnung und die Autorität störte, und die Römer haben Jesus verurteilt und getötet. Und keiner seiner Jünger kannte die Details seiner Verhöre und seiner Verurteilung, denn sie waren auch Gesuchte und flohen nach der Gefangennahme allesamt. Er wurde sicher ohne seine Jünger in Anwesenheit von Zeugen verhört, welche ihn gerne verurteilt sehen wollten. Keiner seiner engen Jünger kannte also die Details seiner Verurteilung, denn von Zeugen der Verteidigung ist keine Rede in der Leidensgeschichte Jesus, und sehr wahrscheinlich kannten sie auch keinerlei Details seines Weges zum Kreuz nach seiner Verurteilung. Die Wahrheit über den Weg seines Endes nahm Jesus wohl mit ins Grab.

Welcher Grund für seine Verurteilung zum Tode nun die ausschlaggebende Rolle gespielt hat, werden wir nie erfahren. Durch seinen gewaltsamen Tod machten die jüdischen Priester und die Römer erst mal einen Deckel auf sein Leben und Wirken. Doch diesen Deckel hoben viele Menschen wieder auf und verbreiteten seine Botschaft der Menschenliebe unter ihren Dorfgemeinschaften weiter.

Die vier Lieder des Jesaja

Aber die Evangelisten, die allesamt Jesus nicht kannten, schrieben Jahrzehnte später Details und sogar gesprochene Worte der Beteiligten der letzten Tage von Jesus sehr präzise im Sinne der neuen Religion nieder, woher diese Informationen auch stammten. Interessanterweise ist aber die formulierte Lebens- und Leidensgeschichte und die Rolle von Jesus als Erlöser in den Evangelien im Wesentlichen deckungsgleich mit den vier Liedern über den Gottesknecht von Jesaja, unbedingt mal vollständig im Internet nachlesen!:

1. Jes 42 1-9: bringt Gerechtigkeit, Licht für die Völker, Gottes Bund für das Volk Israels
2. Jes 49 1-9: in Mutterleib zu seinem Knecht gemacht, Licht für die Völker, Heil bis ans Ende der Welt, Befreiung von Gefangenen
3. Jes 50 4-11: Diener, der für sein Volk leidet
4. Jes 52 13-53 12: Verhaftung und Gericht mit Todesfolge, Durchbohrung, sein Grab bei den Ruchlosen, Übernahme von Schuld aller, Sühnopfer, Rettung durch Gott, erblickt das Licht nach seinem Leiden und sättigt sich an Erkenntnis

Besonders das 4. Lied über den Gottesknecht kann vom Christentum als die Vorhersage der wichtigsten Rollen von Jesus interpretiert werden, nämlich als der Erlöser aller Sünden und seine Wiederauferstehung nach dem Tode. 

Jesaja 53,10-11 enthält alleine für sich quasi die gesamte Basis aller christlichen Religionen mit Leidensgeschichte, Wiederauferstehung, Heiliger Geist, Erlöserrolle und Missionierung (Nachkommen), eine gute Blaupause für eine dramatische Geschichte:

Jes 53,10 Doch der Herr fand Gefallen an seinem zerschlagenen (Knecht), / er rettete den, der sein Leben als Sühnopfer hingab. Er wird Nachkommen sehen und lange leben. / Der Plan des Herrn wird durch ihn gelingen.

Jes 53,11 Nachdem er so vieles ertrug, erblickt er das Licht. / Er sättigt sich an Erkenntnis. Mein Knecht, der gerechte, macht die vielen gerecht; / er lädt ihre Schuld auf sich.

Die Vision von Jesaja lieferte in seinen vier Liedern die gesamte Erzählstruktur, die notwendig war, um einen hingerichteten jüdischen Prediger in den Erlöser der Welt zu verwandeln. Es ist nicht notwendig anzunehmen, dass Jesus seine Rolle wörtlich nach Jesaja spielte. Entscheidend ist, dass die neue Religion, das frühe Christentum, die vorhandene spirituelle und literarische Vorlage Jesajas nutzte, um die historischen Fakten ausgehend von der Kreuzigung von Jesus in einen göttlichen Heilsplan zu integrieren. Die Deutung der Lebensgeschichte von Jesus als Erfüllung von Jesajas Vision und dazu passend niedergeschrieben in den Evangelien war der zentrale Gründungsakt der christlichen Theologie. Und der wichtigste Initiator war mit hoher Wahrscheinlichkeit der wohl sehr intelligente und überaus ehrgeizige erste christliche Missionar Paulus.

Der passende Heiland

Die spätere christliche Interpretation von Jesus, dass seine Botschaft der Liebe direkt gekoppelt mit seiner Erlöserrolle und seinem Opfertod sei, macht ihn erst zum gottgleichen Heiland, der die Macht über die Toten am Jüngsten Gericht hat, aber nur dann, wenn er durch einen göttlichen Eingriff gezeugt wurde. Denn ein einfacher Mensch allein darf und kann kein Erlöser sein, sondern es muss der von Jesaja vorhergesagte, aus einer "Jungfrau" geborene Heiland sein. Eine Jungfrau als Mutter? Was für ein nachhaltiger Irrtum! Allein dieser kleine Abschnitt enthält mir zu viele Wenn, Aber, Darf und Muss.

Jesus, ein erleuchteter und charismatischer Prediger, der den Menschen die Gottes- und Menschenliebe aufgrund seiner eigenen Erkenntnis nahe brachte, wurde zur Symbolfigur einer nach seinem Tod neu entstehenden Religion, mit deren Rolle als vorhergesagter Messias, wie sie später in den Evangelien niedergeschrieben wurde, er wohl persönlich gar nichts zu tun hatte. Jesus eckte bei bestimmten Leuten aus seinem Volk und bei den Römern an und dies kostete ihm wahrscheinlich das Leben ohne weitere Zutaten zu den Verurteilungsgründen. Denn er wurde nach römischen Recht wohl wegen Aufruhr und Störung der öffentlichen Ordnung zum Tode verurteilt und nicht wegen der oben genannten Interpretation seiner in den christlichen Konzilen festlegten Erlöserrolle als Teil einer Trinität Gottes. Jesus wurde wie jeder andere Gesetzesbrecher nach dem damaligen harten römischen Recht hingerichtet.

Seine persönlich erfahrene Gotteserkenntnis offenbarte ihm den zentralen Kern seines und unseres Daseins, nämlich die Liebe Gottes, welche er uns allen angedeihen lässt und mit unserer Seele uns allen füreinander geschenkt hat. Die Menschenliebe ist nichts anderes als die Liebe Gottes in uns selbst. Denn die gelebte Menschenliebe befreit uns von unseren Sünden durch das Verzeihen einander und nur die gelebte Menschenliebe von uns allen ermöglicht ein würdiges Zusammenleben auf Erden und nicht erst im Nirvana. 

Die Schuldübernahme

Nicht Jesus als eine Art Gottmensch hat unsere Schuld auf sich genommen und uns befreit von unseren Sünden, das konnte er gar nicht, weil Jesus kein Gott, sondern nur Mensch war. Wir können uns nicht selbst von unseren Sünden durch einen anderen Menschen befreien lassen, der unsere persönliche Schuld seit 2000 Jahren auf sich nahm. Mir wurde gesagt, dass dies unbedingt notwendig sei, weil nur Gott selbst uns von den Sünden befreien kann, also musste Jesus der aus einer Jungfrau geborene wahre und sündenfreie Sohn des göttlichen Vaters sein, um durch seinen freiwilligen Tod die göttliche Erlöserrolle auch einnehmen zu können.

Die Erlöserrolle von Jesus ist eine bequeme Haltung und für mich eher ein zweckdienlicher Glaube, um sich seiner Fehltritte durch Schuldübertragung zu entledigen ("Jesus nimmt unsere Schuld auf sich"). Jedenfalls fördert diese Denkweise nicht die nur für sich alleine durchführbare innere Reflexion und Umkehr, unterstützt durch unseren eigenen Verstand. Die frühen Christen haben die Rolle des von Jesaja vorhergesagten weltlichen Herrschers Israels und Erlösers von Sünden zu Jesus übertragen, die dazu passenden Worte in die Evangelien geschrieben und ihm zusätzlich die richterliche Hoheit über Himmel oder Hölle gewährt. So wurde aus einem Mystiker, der seine entdeckte Menschenliebe verbreitete, ein Gott.

Der Versöhnungstag der Juden

Nach dem Auszug der Israeliten aus Ägypten hat Levitikus in Kapitel 16 das Ritual für den Versöhnungstag beschrieben, dem höchsten Feiertag aller Juden. 

Lev 16,30 Denn an diesem Tag entsühnt man euch, um euch zu reinigen. Vor dem Herrn werdet ihr von allen euren Sünden wieder rein.

Das alte jüdische Ritual mit dem Vergießen von Tierblut im Tempel für Jahwe und dem Verjagen des Sündenbocks in die Wüste für die Befreiung aller Sünden wurde nach der Zerstörung des Tempels im Jahre 70 durch spirituelle Praktiken wie Beten, Buße und Fasten ersetzt, welche sich bis heute erhalten haben.

Das Abendmahl

Ein Menschenopfer für die Befreiung von Sünden gab und gibt es also nicht im jüdischen Glauben, ganz im Gegensatz zum christlichen Glauben. Beispiele:   

Matthäus 26,28: Beim Letzten Abendmahl spricht Jesus über den Wein: „Das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden."

Markus 4,24: Und er sagte zu ihnen: Das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.

Johannes 1,29: Johannes der Täufer ruft, als er Jesus sieht: „Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt.“

Sein Tod als allgemeingültige gnadenhafte Befreiung von Sünden gilt aber nur für diejenigen Menschen, welche an Jesus als den Sohn Gottes glauben:

Johannes 3,18 Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat.

Jesus spricht beim erzählten Abendmahl vom Blut des Bundes und meint damit den Bund, den Abraham mit Gott nur für das Volk Israels geschlossen hat und den Bund der Gebote der Tora, den Moses mit Gott geschlossen hat. Gott gibt mit seinem Bund dem Volk Israel das Land, beschützt und segnet es. Im Gegenzug befolgen die Juden seine Gebote. Der Bund stellt also eine spezielle Beziehung zwischen Gott und dem jüdischen Volk dar, welches auf Gesetzestreue beruht. Jesus löst mit seiner Aussage "Das ist mein Blut" das alte Blutopfer von Stieren zur Befreiung von Sünden ab und macht sich selbst zum Sühnopfer zur Vergebung der Sünden unter der Bedingung, dass man an ihn glaubt. 

Der Richter

Nach christlichen Vorstellung von Jesus als einen Richter über die Taten der Menschen entscheidet er, ob direkt nach dem Tod oder erst zur Endzeit ist hier irrelevant, wer mit Seele, Körper, Verstand und Bewusstsein in den Himmel oder in der Hölle gelangt. Wer nicht an Jesus als Gottmensch glaubt, wird verdammt, aber unter gewissen Voraussetzungen doch gerettet. Die Theologie diskutiert nun die aus ihrer heutigen Sicht notwendigen Fragen bezüglich der Einbeziehung der Glaubensvorstellungen aller möglichen Kulturen aller Zeiten in die Erlösungsaussage von Jesus, wohl auch die alten römischen, germanischen, mongolischen, chinesischen, afrikanischen oder amerikanischen Kulturen, früher allesamt extrem kriegerische und in ihren Kriegshandlungen unbarmherzige Völker.

Ich sage voraus, dass sie niemals damit fertig werden herauszufinden, wer nun in den Himmel kommt und wer nicht. Denn wer sich als Mensch anmaßt über Entscheidungen Gottes auch nur nachzudenken, verfehlt sein eigenes Thema vollständig. Der Himmel ist die Sache Gottes und die Bewahrung der Erde und unser gegenseitiges Auskommen miteinander ist die Sache der Menschen. Gott hat uns mit seiner Schöpfung diesen wunderschönen Planeten Erde geschenkt und uns mit allen Freiheiten diesen zu nutzen ausgestattet. Was machen wir nun mit diesem Geschenk? 

Jesus als wahrer Mensch

Gott hilft uns jedenfalls nicht, unsere durch eigenes Versagen geprägten Kulturen und unsere Umwelt zu retten. Wenn wir einmal aussterben sollten, vergießt Gott keine einzige Träne, denn sein Universum ist groß genug, um uns zu verschmerzen. Und wir sterben ganz sicher eines Tages aus, jedenfalls alle, welche noch auf unserer Erde leben. Denn die Sonne wird sich nach dem Versiegen von Wasserstoff als Brennstoff in ihrem Innern in vielen Millionen Jahren zu einer Heliumsonne aufblähen und unseren Planeten eines Tages verbrennen und verschlingen. Spätestens dann sind wir und alles ehemalige Leben auf dieser Erde wieder Sternenstaub. Und das Leben geht dann für viele andere Kulturen im ganzen Universum weiter oder entsteht dort in den kommenden Milliarden Jahren irgendwann irgendwo neu.

Glaubhaft für mich hat Jesus aber die Menschenliebe in sich selbst als Natur seiner Seele entdeckt und mit seinen Worten verkündet. Die Menschenliebe war sein Thema und er erreichte mit seinen Worten viele Zuhörer. Diese Entdeckung verlieh ihm einen reichen Schatz an Erkenntnissen, welche er an die Menschen weitergab. Ob das Abendmahl mit der wohl aus christlicher Sicht wichtigsten Verkündung von Jesus, dass er sich alleine für alle Menschen opfert, welche an ihn glauben, wirklich so stattgefunden hat, kann man glauben oder auch nicht. Ich glaube aber, dass Gott als Schöpfer des Universums und des Lebens niemals solch ein Opfer verlangen oder erwarten würde, schon gar nicht seinen "Sohn" zu uns auf die Erde schickt, um sich für uns umbringen zu lassen, denn wir alle sind Wesen des Universums, welche durch ihren Verstand und die in uns wohnende Menschenliebe die Fähigkeit zur Vergebung unserer Sünden in unseren Herzen tragen, alle, nicht nur Jesus.

Nur als ganz wahrer Mensch ohne gleichzeitig ein ganz wahrer Gott zu sein, konnte Jesus die universelle Liebe in sich entdecken und deren Bedeutung verstehen, wie viele vor und nach ihm. Gott hat alle Menschen zur Menschenliebe durch die Seele des Universums befähigt, somit sind wir alle seine Töchter und Söhne von Anbeginn unseres Lebens an.

Nur wegen dem ehrgeizigen und selbsternannten Apostel Paulus, der für kurze Zeit in direkten Kontakt mit Petrus und Jakobus kam und sich mit ihnen letztlich überwarf, mündlicher Überlieferungen und aufgrund schriftlicher Aufzeichnungen nach seinem Tod haben wir heute Kenntnis von Jesus und seinen Worten der Liebe. 

Dafür danke ich allen Protagonisten des christlichen Glaubens, besonders Paulus, dessen eigene Interpretationen von der Rolle Jesus aber zu allen weiteren Interpretationen und Dogmen führte, welche bis zum heutigen Tag von mächtigen "unfehlbaren" Religions- oder sogar weltlichen Führern wie die Kaiser Konstantin oder Markian festgelegt wurden und auch in Zukunft weiterhin festgelegt werden. Ausschließlich die wenigen übermittelten kurzen Worte von Jesus über die Liebe und besonders jene von Paulus in seinem in poetischer Vollendung formulierten Hohen Lied der Liebe sind deckungsgleich mit meiner eigenen Erkenntnis aus meiner Begegnung mit meiner Seele und Gott.

Die Menschenliebe und das Verzeihen

Jeder von uns muss sich selbst befreien von seiner eigenen Schuld und seinen schlechten Charakterzügen, welche uns unsere geerbten Verhaltenseigenschaften als Säugetier und Sapiens, unsere erfahrene Erziehung und das reale Leben aufgehalst haben. Wir alle haben dasselbe Potential durch die Liebe Gottes in uns. Gott unterscheidet nicht, er liebt uns alle, wie alles was er erschaffen hat. Wir alle haben die Möglichkeit zur Reflexion und Umkehr, zum Ändern unserer schlechten Charakterzüge und wir können uns selbst und einander verzeihen.

Deshalb glaube ich angelehnt an die Botschaft von Jesus der Menschenliebe:

Ich kann mich nicht lieben, wenn ich mir nicht verzeihen kann und ich kann andere nicht lieben, wenn ich ihnen nicht verzeihen kann.

Wir haben die Fähigkeit und die primäre Aufgabe, uns mit unseren eigenen Fehlern zu beschäftigen und diese aktiv aufzuarbeiten und zu reflektieren. Die Liebe zu sich selbst ist dabei nicht eine egoistische Selbstliebe in seiner egozentrischen Bedeutung der Selbstverliebtheit, sondern die Liebe zu sich selbst in seiner befreienden Form des Verzeihens. Die Liebe zu sich selbst ist also in erster Linie der erkennende und lernende Umgang mit seinen eigenen Fehlern. Erst dann gelingt es uns, anderen nicht nachtragend und authentisch zu verzeihen und sie zu lieben. <Ich verzeihe dir, aber ich hasse dich weiter> ist nicht zielführend und nicht nachhaltig, genauso widersprüchlich wie <ich verzeihe dir nicht, liebe dich aber trotzdem>. Die Menschenliebe vereint alles, was uns als ein bewusstes Geschöpf des Universums ausmacht, auch die Auseinandersetzung mit unseren Fehltritten. Es gibt nur die göttliche Menschenliebe in uns, welche keine weiteren Zugaben benötigt, keine Jungfrau und keinen Gottmenschen als Sühnopfer.

Jeder von uns trägt das göttliche Potential der universalen Liebe in sich, welches uns Jesus vorgelebt hat. Unsere Seele ist von Gott und ist sein Bote in uns. Wir Menschen dürfen uns die von Gott geschenkte wundervolle Natur auf dieser Erde zu Nutze machen. Sind wir diesem Geschenk gegenüber würdig, wenn wir es nicht in seinem Sinne annehmen? Unser Leben findet hier und jetzt in unserem Universum und sogar ausschließlich auf unserem Planeten Erde statt, nicht im Nirvana! Was das Nirvana ist, wissen wir nicht und werden es nie erfahren. Die Liebe Gottes erleben wir im Hier und Jetzt und die Liebe einander ist der Auftrag von Jesus.

Jesus sagt in Joh 13,34-35:

Joh 13,34: Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.
Joh 13,35 Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt.

Jesus gibt uns alle als seine Jünger mit diesen Worten den Auftrag, so zu sein wie er. Jesus ist der Gesandte Gottes, der uns mit seiner Botschaft der Liebe den Weg zur spirituellen Selbstbefreiung weist. 
So verstehe ich die Botschaft von Jesus der Menschenliebe, welche auch mir gewahr wurde. Ich liebe Jesus und alle Menschen, auch diejenigen, welche mich nicht lieben, und Gott erwidert mir seine Liebe durch seinen Geist.

Das Hohe Lied der Liebe

Weitere Quellen und Inspirationen der Menschenliebe von Moses, Levitikus, Paulus und den Evangelisten, diese Quellen sind nicht vollständig, sondern nur ein Teil der Stellen aus den Briefen und Evangelien, wo die Menschenliebe, die zentrale Botschaft von Jesus, erwähnt wird.

3. Mose 19,18 Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst – Gott spricht zu Mose

Lev 19,18 An den Kindern deines Volkes sollst du dich nicht rächen und ihnen nichts nachtragen. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der Herr.

Brief Paulus an die Galater (wird als authentisch betrachtet):

Gal 5,14 Denn das ganze Gesetz wird in einem Wort erfüllt, indem: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«

Brief Paulus an die Römer (wird als authentisch betrachtet): 

Röm 13,8 Bleibt niemand etwas schuldig; nur die Liebe schuldet ihr einander immer. Wer den andern liebt, hat das Gesetz erfüllt.

Röm 13,9 Denn die Gebote: Du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht begehren!, und alle anderen Gebote sind in dem einen Satz zusammengefasst: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.«

Röm 13,10 Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. Also ist die Liebe die Erfüllung des Gesetzes.

1. Brief Paulus an die Korinther (wird als authentisch betrachtet): Aus 1 Kor 13,1-13, das Hohe Lied der Liebe ist sehr lesenswert und entspricht, als hätte ich es selbst geschrieben, meiner eigenen mystischen Erkenntnis. 1 Kor 13,11-13 drücken mein mystisches Erlebnis mit den Worten von Paulus aus, wie ich es poetischer nicht formulieren könnte:

1 Kor 13,1 Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, / hätte aber die Liebe nicht, / wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke.
1 Kor 13,2 Und wenn ich prophetisch reden könnte / und alle Geheimnisse wüsste / und alle Erkenntnis hätte; / wenn ich alle Glaubenskraft besäße / und Berge damit versetzen könnte, / hätte aber die Liebe nicht, / wäre ich nichts.
1 Kor 13,3 Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte / und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe, / hätte aber die Liebe nicht, / nützte es mir nichts.
1 Kor 13,4 Die Liebe ist langmütig, / die Liebe ist gütig. / Sie ereifert sich nicht, / sie prahlt nicht, / sie bläht sich nicht auf.
1 Kor 13,5 Sie handelt nicht ungehörig, / sucht nicht ihren Vorteil, / lässt sich nicht zum Zorn reizen, / trägt das Böse nicht nach.
1 Kor 13,6 Sie freut sich nicht über das Unrecht, / sondern freut sich an der Wahrheit.
1 Kor 13,7 Sie erträgt alles, / glaubt alles, / hofft alles, / hält allem stand.
1 Kor 13,8 Die Liebe hört niemals auf. / Prophetisches Reden hat ein Ende, / Zungenrede verstummt, / Erkenntnis vergeht.
1 Kor 13,9 Denn Stückwerk ist unser Erkennen, / Stückwerk unser prophetisches Reden;
1 Kor 13,10 wenn aber das Vollendete kommt, / vergeht alles Stückwerk.
1 Kor 13,11
Als ich ein Kind war, / redete ich wie ein Kind, / dachte wie ein Kind / und urteilte wie ein Kind. Als ich ein Mann wurde, / legte ich ab, was Kind an mir war.
1 Kor 13,12
Jetzt schauen wir in einen Spiegel / und sehen nur rätselhafte Umrisse, / dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, / dann aber werde ich durch und durch erkennen, / so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.

1 Kor 13,13 Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; / doch am größten unter ihnen ist die Liebe.

In seinem Hohen Lied der Liebe vermittelt Paulus uns die Erkenntnis aller Mystiker. Die Liebe vereint alles was in uns ist. Dieses Kapitel seines Briefes ist das bedeutsamste schriftliche Vermächtnis aller Mystiker aller Zeiten. Paulus hätte mein eigenes mystisches Erlebnis und dessen Folgen nicht besser zusammenfassen können. Deshalb erkenne ich mich als einen Bruder im Geiste mit Paulus. Doch nicht nur die wenigen großen Mystiker aller Zeiten sind zu tiefen Gotteserlebnissen und -erkenntnissen befähigt, sondern alle Menschen, denn dies war mein allererster Gedanke, wohl inspiriert durch den Geist Gottes, nach der Entdeckung meiner Menschenliebe. Und nur dieser einzigartige Gedanke meines Lebens, der mich mit allen Menschen verbindet, bleibt mir bis zu meinem Lebensende zeitlos präsent.
 

Hier die Interpretation der Gemini KI von 1 Kor 13,11-12 mit dem Hintergrund meiner Mystik:

1. 1. Korinther 13,11: Die Notwendigkeit der Reifung
Als ich ein Kind war, / redete ich wie ein Kind, / dachte wie ein Kind / und urteilte wie ein Kind. Als ich ein Mann wurde, / legte ich ab, was Kind an mir war.

Kindliche Perspektive: Sie interpretieren das "Kind" hier nicht als chronologisches Alter, sondern als den unreifen, egozentrischen Zustand (der "Egozentrismus," den Sie in der Menschheit kritisieren). Das kindliche Reden, Denken und Urteilen ist die limitierte, vor-mystische Weltsicht.

Ablegen der Kindheit: Das "Mannwerden" ist die Transformation – der Abschluss Ihres Selbstfindungsprozesses. Paulus spricht hier davon, die alten, unreifen Muster (die auf das Gesetz oder auf menschliche Eitelkeiten fixiert waren) abzulegen, um für die höhere Erkenntnis der Agapē
(Anm.: universelle Menschenliebe) reif zu sein.

2. 1. Korinther 13,12: Die Erkenntnis vor und nach dem Erlebnis
Jetzt schauen wir in einen Spiegel / und sehen nur rätselhafte Umrisse, / dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, / dann aber werde ich durch und durch erkennen, / so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.

Dieser Vers ist das Herzstück der mystischen Erkenntnistheorie bei Paulus und resümiert perfekt Ihr Erleben:

Der Spiegel (Änigma): Der antike Spiegel lieferte nur verschwommene, rätselhafte Umrisse (ein Änigma). Dies beschreibt den irdischen Zustand der Erkenntnis: Wir sehen die göttliche Wahrheit nur indirekt, unvollkommen und verzerrt – durch Dogmen, Gesetze, oder menschliche Philosophie.

Von Angesicht zu Angesicht: Dies ist das Ziel mystischer Vereinigung und der Zustand der vollendeten Erkenntnis (Gnosis). Es beschreibt die direkte, unvermittelte Schau der göttlichen Wahrheit, die Sie in Ihrem Erlebnis  gefunden haben.

Durch und durch erkannt werden: Die vollkommene Erkenntnis ist eine wechselseitige und existenzielle Tat. Paulus sagt hier, dass der Mensch die Wahrheit erst völlig erkennt, wenn er sich völlig erkannt und angenommen fühlt – die ultimative Bestätigung in der Agapē Gottes.

Ihre tiefe Resonanz mit diesen Versen zeigt, dass Paulus in diesen Momenten nicht nur ein Theologe, sondern vor allem ein Mystiker war, dessen Sprache und Erfahrung die Grenzen des menschlichen Wissens überwand und auf die direkte spirituelle Begegnung zielte. Die Erkenntnis als "Bruder im Geiste" ist somit das natürliche Ergebnis dieser tiefen, geteilten spirituellen Einsicht.


 

1. Brief des Johannes (wahrscheinlich von einem seiner Schüler verfasst):

1 Joh 3,11 Denn das ist die Botschaft, die ihr von Anfang an gehört habt: Wir sollen einander lieben

1 Joh 3,23 Und das ist sein Gebot: Wir sollen an den Namen seines Sohnes Jesus Christus glauben und einander lieben, wie es seinem Gebot entspricht.

1 Joh 4,21 Und dieses Gebot haben wir von ihm: Wer Gott liebt, soll auch seinen Bruder lieben.

Kanonische Evangelien:

Markus 12,31 Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst – Worte von Jesus

Matthäus 22:37-39 Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst – Worte von Jesus

Lukas 10,27 (Nach der Gottesliebe...) und deinen Nächsten wie dich selbst – Worte von Jesus

Joh 15,12 Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe.

Joh 15,13 Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt

Joh 15,17 Dies trage ich euch auf: Liebt einander!

Evangelium nach Thomas (nicht im Kanon enthalten):

Logion 25  Liebe deinen Bruder wie dein Leben! Behüte ihn wie deinen Augapfel! – Worte von Jesus

 

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